

Mit etwas Geld für Umweltprojekte den klimaschädlichen Teil des Urlaubs ausgleichen: Das ist die Idee der CO2-Kompensation beim Reisen. Doch der Markt wandelt sich, berichtet die Stiftung Warentest.
Gut fürs Klima sind Reisen nie. Besonders bei Flügen und auf Kreuzfahrten wird die Umwelt durch Treibhausgase belastet. Wer mit grünerem Gewissen unterwegs sein will, kann die Emissionen aber über eine CO2-Kompensation ausgleichen.
Das bieten Airlines oder Veranstalter oft schon bei der Buchung an, man kann das jedoch auch über spezialisierte Organisationen machen. Die simple Idee: So viel CO2, wie auf den einzelnen Urlauber gerechnet bei der Reise anfällt, wird über die finanzielle Unterstützung von Klimaschutzprojekten ausgeglichen.
Allerdings ist es nicht mehr ganz so simpel, berichtet „Stiftung Warentest Finanzen“ (Ausgabe 3/2025). Der Markt für Klimaprojekte habe sich verändert, ein echter Ausgleich für Umweltbelastungen sei schwieriger geworden.
Für den Bericht wurden Fragenkataloge an Atmosfair, Klima-Kollekte, My Climate Deutschland und Primaklima geschickt – vier Anbieter, die zwar nur einen kleinen Teil des Kompensationsmarkts bilden, aber gemeinnützig sind und spendenbasierte Kompensation auch für Verbraucher anbieten, wie die Stiftung schreibt. Im Gegensatz zu einem Großteil der Kompensationsanbieter, die nur mit Firmenkunden arbeiteten – und die teils profitorientiert seien.
Im Herbst 2022 hatte die Stiftung Warentest jene vier Anbieter zuletzt untersucht und auch benotet – diesmal gab es aber keine Bewertung. Es ging vor allem um eine Bestandsaufnahme des Kompensationsmarkts.
Eine Tonne CO2 lässt sich bei den Anbietern für eine Zahlung von 22 bis 32 Euro ausgleichen. Die Höhe hängt demnach auch von der Art des Projekts ab, wo das Geld hineinfließt. Das können Biogasanlagen, Trinkwasseraufbereitung oder Aufforstung sein, aber etwa auch holzsparende Öfen für Menschen vor Ort, was dort zum einen den Baumbeständen und zum anderen auch der Luftqualität zugutekommen soll.
Eine echte Kompensation besteht laut den Warentestern darin, dass sich der Anbieter und damit letztendlich der einzelne Reisende das durch seine Zahlung eingesparte, also kompensierte, CO2 auf seine Bilanz anrechnen kann. Und das Land, in dem das jeweilige Projekt umgesetzt wird, die Einsparung nicht auf die nationale Bilanz gut rechnet – doch genau das passiere infolge von Klimaziel-Regeln nun immer häufiger, auch in Entwicklungsländern.
Die Folge: Der Ausgleich folgte heute meist indirekt. Die befragten Anbieter förderten mit den eingenommenen Geldern Klimaschutzprojekte, doch das sei streng genommen keine direkte Kompensation, weil man nicht den eigenen konkreten CO2-Ausstoß ausgleiche, sondern „allgemein zum Klimaschutz“ beitrage. „Dem Klima nützt es trotzdem“, stellen die Warentester klar.
Einen direkten Ausgleich für Treibhausgase findet man dem Bericht zufolge unter den vier Anbietern derzeit nur bei Atmosfair – und auch dort nur teils. Mit einigen Ländern habe der Anbieter Vereinbarungen getroffen, wonach die CO2-Einsparungen auf das konkrete Klimaschutzprojekt und eben nicht auf das nationale Klimaziel des Landes angerechnet werden.
Generell gilt: Die unterstützten Projekte werden auf den Internetseiten der Anbieter umfassend vorgestellt. Man kann sich also informieren, ehe man zahlt.
Gut zu wissen: Wer an einen solchen gemeinnützigen Anbieter Ausgleichszahlungen für Klimaschutzprojekte leistet, kann diese nach Angaben der Fachleute als Spende von der Steuer absetzen.
Noch besser fürs Klima ist natürlich, Reisen aufs Nötigste zu beschränken. Die Stiftung Warentest lobt deshalb: Alle vier Anbieter verwiesen darauf, dass Vermeiden besser sei als Kompensieren.
Wie viel CO2 bei Flügen und anderen Reiseformen anfällt, lässt sich beispielsweise mit dem CO2-Rechner des Umweltbundesamts ausrechnen. Economy-Flüge von Berlin auf die Kanaren-Insel Fuerteventura und zurück zum Beispiel schlagen laut dessen Berechnung für einen Reisenden mit 1,33 Tonnen zu Buche. Auch die Kompensationsanbieter selbst haben CO2-Rechner.
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